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Aufbau6 Min.Aktualisiert: 2026-05-16

Evidence-Modi im Visualizer — Strikt, Ausgewogen, Hilfreich

Wie streng dein Zeptix-Bot Quellen verwendet: Strikt, Ausgewogen oder Hilfreich. Wann welcher Modus passt und welche Risiken er hat.

Evidence-Modi — wie streng dein Bot Quellen nutzt

Im Knoten „Quellen verankern" entscheidest du, wie streng dein Bot sich an gefundene Wissens-Snippets hält. Drei Modi stehen zur Wahl: Strikt, Ausgewogen und Hilfreich (keine Halluzination). Falsch gewählt, wird der Bot entweder zu zurückhaltend oder zu kreativ. Diese Anleitung hilft dir, den richtigen Modus zu finden.

TL;DR

  • Strikt: Nur Aussagen mit klarem Quellenbezug. Häufige „Weiß-ich-nicht"-Antworten.
  • Ausgewogen (Standard): Quellen werden bevorzugt, der Bot füllt Lücken aber höflich.
  • Hilfreich: Bot antwortet auch ohne perfekte Quellen, sagt aber dazu, was unsicher ist.
  • Mindest-Quellen verstärken den jeweiligen Modus.
  • Falscher Modus ist eine der häufigsten Halluzinationsquellen.

Was die Modi technisch bedeuten

Wenn dein Bot eine Frage bekommt, sucht er Wissen in deiner Datenbank. Die Treffer landen im Antwort-Prompt — aber wie eng der Bot sich daran hält, steuert der Evidence-Modus.

ModusVerhalten
StriktJede Aussage muss durch eine Quelle gedeckt sein. Bei Lücken sagt der Bot „Das weiß ich nicht".
AusgewogenQuellen werden bevorzugt, aber der Bot kann mit Allgemeinwissen ergänzen, wenn es plausibel ist.
HilfreichDer Bot antwortet immer, sagt aber transparent, wenn er etwas nicht aus Quellen weiß.

Wann „Strikt" passt

Strikt ist die richtige Wahl, wenn falsche Antworten teurer sind als gar keine Antwort:

  • Compliance-Bots — juristische Themen, Datenschutz, Versicherung.
  • Medizinische Bots — auch im weiten Sinne, etwa bei Symptom-Fragen.
  • Technische Spezifikations-Bots — wo Werte oder Schwellen exakt stimmen müssen.
  • B2B-Sales-Bots — wo eine falsche Pricing-Aussage einen Kunden vergrätzt.

In diesen Fällen kombiniere Strikt mit:

  • Mindest-Quellen = 2 (mindestens zwei Treffer nötig).
  • Mindest-Ähnlichkeit ≥ 0.60 (nur sehr passende Treffer zählen).
  • Top-K = 6 oder 8 (kleinerer Pool, klarere Treffer).

Erwarte, dass der Bot bei 20 bis 30 Prozent aller Fragen „Das weiß ich nicht" sagt. Das ist gewollt — er soll lieber schweigen als Falsches behaupten.

Wann „Ausgewogen" passt

Ausgewogen ist der Standard und passt für 80 Prozent aller Bots:

  • FAQ-Bots, bei denen Endnutzer eine konkrete Antwort erwarten.
  • Produktinformations-Bots mit guter, aber nicht lückenloser Wissensbasis.
  • Coaching- und Beratungs-Bots, bei denen menschliche Empathie wichtiger ist als wissenschaftliche Strenge.

In diesem Modus mischt der Bot Quellen-Wissen und Allgemeinwissen — was er weiß, kommt aus Quellen, was er nicht weiß, formuliert er mit Vorsicht. Der Modus wird mit Mindest-Quellen 1 und Schwelle 0.50 typisch betrieben.

Wann „Hilfreich" passt

Hilfreich ist der weichste Modus. Der Bot antwortet immer, weist aber auf Unsicherheiten hin:

  • Marketing-Bots und Demo-Bots, wo Konversation wichtiger ist als Genauigkeit.
  • Persönlichkeits-Bots mit starker Persona, bei denen Wissen sekundär ist.
  • Lore-Wikis und Fan-Bots, wo Erfindungsreichtum erwünscht ist.

Hilfreich-Modus produziert mit Sicherheit Halluzinationen — das ist Teil des Designs. Wer das nicht akzeptieren kann, sollte „Ausgewogen" wählen.

Mindest-Quellen — der Hebel hinter dem Modus

Im Inspector findest du Mindest-Quellen mit den Werten 0, 1, 2, 3:

WertWirkung
0Bot antwortet auch ohne Treffer, gefährlich in „Strikt"
1Standard, ein Treffer reicht
2Empfohlen für „Strikt", reduziert Halluzinationen deutlich
3Sehr restriktiv, nur für Compliance-Bots

Wenn weniger als die Mindest-Anzahl gefunden wurde, wird der Fallback ausgelöst. Standard-Fallback ist „Ich weiß es nicht" — alternativ „An Mensch weiterleiten" oder „Trotzdem antworten".

Wie du das im Visualizer einstellst

  1. Öffne den Visualizer und klicke auf den Knoten „Quellen verankern".
  2. Im Inspector wählst du:
    • Evidence-Modus: Strikt | Ausgewogen | Hilfreich
    • Mindest-Quellen: 0–3
    • Fallback: Antwort wenn nicht genug Treffer
  3. Speichern.
  4. Teste mit drei Fragen:
    • Eine, deren Antwort eindeutig in deiner Wissensbasis steht.
    • Eine, die nur teilweise abgedeckt ist.
    • Eine, die gar nicht abgedeckt ist.

Beobachte, ob das Verhalten zum gewählten Modus passt. Im Strikt-Modus sollte die dritte Frage ein „Weiß ich nicht" auslösen. Tut sie das nicht, ist die Wissensbasis zu breit oder die Schwelle zu niedrig.

Häufige Fehler

  • Strikt + Mindest-Quellen 0: Widerspruch. Bot soll streng sein, aber ohne Quellen antworten? Mindest-Quellen mindestens 1, besser 2.
  • Hilfreich + Mindest-Quellen 3: Auch Widerspruch. Wenn du Hilfreich nutzt, willst du immer eine Antwort — Mindest-Quellen 0 oder 1 setzen.
  • Modus-Wechsel ohne Test: Eine umgestellte Pipeline ohne anschließenden Live-Vorschau-Durchlauf wird oft schlechter.
  • Strikt für Smalltalk-Bots: Begrüßungen, Dankesfloskeln und Rückfragen sollten den Bot nicht in „Weiß ich nicht" zwingen — kombiniere Strikt mit dem aktivierten Knoten „Smalltalk-Weiche".

Für Fortgeschrittene

Im Strikt-Modus wird der Persona-Stil teilweise überschrieben — der Bot zitiert eher quellengetreu, weniger im Persona-Ton. Wenn deine Persona stark ist, aber Strikt nötig, kompensiere im Persona-Text mit einer Anweisung wie:

Antworte immer im definierten Stil, auch wenn du nur kurz oder mit „Ich weiß es nicht" antwortest.

Nächste Schritte

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